Island hautnah: Gullfoss gesperrt | Camper Roadtrip

Island Camper Roadtrip –  Golden Circle, Krater & Lava an der Blue Lagoon

Island zeigt sich an diesem Reisetag von einer besonders intensiven Seite. Mit unserem Wohnmobil sind wir auf dem Golden Circle unterwegs – zwischen bekannten Naturhighlights, leuchtenden Farben und sehr nachdenklichen Momenten rund um das Thema Vulkanismus.

Wir besuchen die gewaltige Gullfoss, die türkisfarbene Brúarfoss, den Kerið-Krater und fahren anschließend weiter Richtung Blue Lagoon. Dort sehen wir, welche Spuren die Lava noch vor wenigen Wochen hinterlassen hat.


Inhaltsverzeichnis


Start in den Tag – unterwegs im Golden Circle

Unser Tag beginnt früh auf dem Campingplatz. Der Kaffee ist leer, das Wohnmobil ist startklar und vor uns liegt wieder ein neuer Reisetag auf Island.

Wir verlassen den Campingplatz und machen uns auf den Weg zum ersten großen Highlight des Tages. Die Straßen sind noch ruhig, das Licht ist angenehm und genau das mögen wir an solchen frühen Starts besonders.

Heute geht es mitten hinein in den Golden Circle – eine der bekanntesten Routen Islands. Doch auch wenn viele Orte hier sehr beliebt sind, versuchen wir wie immer, früh unterwegs zu sein, um die Highlights möglichst entspannt erleben zu können.


Gullfoss – Kraft in zwei Stufen

Unser erster Stopp des Tages ist die Gullfoss. Schon die Anfahrt macht Vorfreude, denn dieser Wasserfall gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Islands. Wir sind bewusst früh unterwegs und das zahlt sich aus. Der kostenlose Parkplatz ist noch weitgehend leer und wir können die ersten Minuten in aller Ruhe genießen.

Bereits auf dem Weg zu den Aussichtspunkten hören wir das tiefe Donnern des Wassers. Anfangs klingt es noch entfernt, doch mit jedem Schritt wird das Geräusch lauter. Als die Gullfoss schließlich vor uns auftaucht, wird schnell klar, warum sie zu den beliebtesten Orten Islands zählt.

Der Wasserfall wird vom Gletscherfluss Hvítá gespeist und stürzt in zwei gewaltigen Stufen insgesamt rund 32 Meter in die Tiefe. Die Wassermassen verschwinden anschließend in einer engen Schlucht, die sich tief durch die Landschaft zieht. Besonders beeindruckend ist dabei die Kraft, die man nicht nur sieht, sondern auch spürt. Der Boden vibriert leicht, feiner Sprühnebel liegt in der Luft und das stetige Rauschen begleitet jeden Schritt.

Wir laufen verschiedene Aussichtspunkte ab und nehmen uns bewusst Zeit. Von oben erkennt man die gewaltigen Ausmaße des Wasserfalls und die tief eingeschnittene Schlucht. Weiter unten kommt man den Wassermassen deutlich näher. Hier wird man schnell nass, doch genau das gehört für uns zu diesem Erlebnis dazu.

Besonders schön ist die Stimmung am frühen Morgen. Während später oft viele Reisebusse ankommen, können wir die Gullfoss fast in Ruhe erleben. Das Licht fällt weich über die Landschaft und lässt die Wasseroberfläche in unterschiedlichen Farben schimmern.

Die Gullfoss bedeutet übersetzt „Goldener Wasserfall“. Der Name stammt vermutlich von den goldenen Lichtreflexen, die bei Sonnenschein über dem Wasser entstehen. Betrachtet man die Szenerie, kann man gut verstehen, warum dieser Name gewählt wurde.

Für uns ist die Gullfoss eines dieser Naturwunder, die man nicht einfach nur besucht. Man bleibt stehen, schaut zu und vergisst für einen Moment die Zeit. Genau solche Orte sind es, die eine Islandreise mit dem Wohnmobil so besonders machen.

                    

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Brúarfoss – klein, aber intensiv blau

Nach unserem Besuch an der Gullfoss geht es weiter zur Brúarfoss. Unterwegs fallen uns wieder die typischen Island-Sprinter auf, die man auf den Straßen der Insel immer wieder sieht. Viele davon sind für die rauen Hochlandpisten umgebaut und wirken fast wie kleine Expeditionsfahrzeuge.

An der Brúarfoss angekommen merken wir schnell, warum dieser Wasserfall in den letzten Jahren immer beliebter geworden ist. Während viele Wasserfälle Islands durch ihre Höhe oder Wassermenge beeindrucken, ist es hier vor allem die Farbe des Wassers, die sofort ins Auge fällt.

Das Wasser leuchtet in einem intensiven Türkisblau. Auf Fotos wirkt diese Farbe oft fast übertrieben, doch vor Ort sieht sie tatsächlich genauso aus. Verantwortlich dafür sind feine Gletscherpartikel, die das Licht auf besondere Weise reflektieren.

Im Vergleich zur Gullfoss wirkt die Brúarfoss deutlich kleiner und ruhiger. Genau das macht ihren Reiz aus. Statt gewaltiger Wassermassen erlebt man hier einen eher filigranen Wasserfall, der sich durch dunkles Lavagestein seinen Weg bahnt.

Während wir unsere Drohne starten, merken wir allerdings schnell, dass wir nicht die Einzigen mit dieser Idee sind. Plötzlich taucht eine weitere Drohne in unmittelbarer Nähe auf und für einen kurzen Moment wird es hektisch. Zum Glück passiert nichts, aber es zeigt, wie wichtig Aufmerksamkeit beim Drohnenflug an beliebten Sehenswürdigkeiten ist.

Trotzdem genießen wir die Zeit an diesem besonderen Ort. Die Kombination aus dunklem Gestein, weißem Wasser und den intensiven Blautönen macht die Brúarfoss zu einem der fotogensten Wasserfälle unserer Reise.


Kerið-Krater – Farben & Fakten

Nach der Brúarfoss geht es weiter zum nächsten bekannten Stopp auf unserer Route: dem Kerið-Krater.

Schon vom Parkplatz aus fällt auf, wie anders dieser Ort im Vergleich zu den bisherigen Highlights des Tages wirkt. Statt tosender Wassermassen erwartet uns hier ein gewaltiger Vulkankrater mit einem tiefblauen See im Inneren.

Der Kerið entstand vor rund 6.500 Jahren und gehört zu einem ganzen Vulkansystem im Süden Islands. Mit einem Durchmesser von etwa 170 Metern und einer Tiefe von rund 55 Metern gehört er zwar nicht zu den größten Kratern Islands, beeindruckend ist er dennoch.

Besonders auffällig sind die Farben. Die rötlichen Kraterwände bilden einen starken Kontrast zum blauen Wasser im Inneren. Je nach Wetter und Sonnenstand verändert sich das Erscheinungsbild sogar noch einmal deutlich.

Wir laufen einmal um den Kraterrand herum und genießen die Aussicht aus verschiedenen Perspektiven. Von oben erkennt man die nahezu perfekte Form des Kraters besonders gut. Anschließend führt ein Weg hinunter zum Wasser, wo man die Dimensionen noch besser einschätzen kann.

Ganz ehrlich gesagt: Für uns war der Kerið interessant, aber nicht das Highlight des Tages. Vielleicht liegt es daran, dass Island so viele spektakuläre Naturwunder bietet. Im Vergleich zu den gewaltigen Wasserfällen oder den Landschaften der Highlands konnte uns der Krater nicht ganz so stark begeistern.

Trotzdem lohnt sich ein Besuch. Schließlich steht man hier an einem Ort, der durch vulkanische Kräfte entstanden ist und einen wichtigen Teil der geologischen Geschichte Islands zeigt. Wer sich für Vulkane und die Entstehung der Insel interessiert, wird diesen Stopp sicherlich spannend finden.


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Blue Lagoon – Lava ganz nah

Nach dem Kerið verlassen wir die klassischen Stationen des Golden Circle und fahren weiter Richtung Blue Lagoon.

Bereits unterwegs verändert sich die Landschaft. Schwarze Lavafelder prägen das Bild und erinnern daran, dass Island ständig in Bewegung ist. Während viele Menschen die Blue Lagoon vor allem als luxuriöses Thermalbad kennen, interessiert uns heute etwas ganz anderes.

Wir möchten uns die Auswirkungen der jüngsten Vulkanausbrüche rund um Grindavík anschauen.

Als wir uns der Blue Lagoon nähern, wird schnell klar, dass die Bilder aus den Nachrichten nicht übertrieben waren. An mehreren Stellen sind die Folgen der Lava deutlich sichtbar. Straßen wurden beschädigt oder neu gebaut, Absperrungen stehen entlang der Strecke und überall wird deutlich, welche Kräfte hier am Werk waren.

Besonders beeindruckend finden wir den riesigen Schutzdamm, der rund um die Blue Lagoon errichtet wurde. Dieser Wall soll die Anlage vor zukünftigen Lavaflüssen schützen. Erst wenn man direkt davorsteht, erkennt man die gewaltigen Ausmaße dieser Schutzmaßnahme.

Während wir weiterfahren, erreichen wir schließlich eine Stelle, an der vor wenigen Wochen noch Lava geflossen ist. Das sorgt bei uns für gemischte Gefühle.

Auf der einen Seite ist es faszinierend, einen so aktuellen Teil der Erdgeschichte aus nächster Nähe zu erleben. Auf der anderen Seite wird einem bewusst, welche Gefahr von einem Vulkanausbruch ausgehen kann.

Wir stellen uns vor, wie hier noch vor kurzer Zeit glühende Lava durch die Landschaft geflossen ist. Ganze Straßen verschwanden unter den Lavamassen. Menschen mussten ihre Häuser verlassen und die Umgebung veränderte sich innerhalb weniger Stunden.

Genau in solchen Momenten merkt man, dass Island anders ist als viele andere Reiseziele. Die Natur dient hier nicht nur als Kulisse für schöne Fotos. Sie bestimmt das Leben der Menschen und verändert die Landschaft immer wieder aufs Neue.

Für uns war dieser Abschnitt einer der eindrucksvollsten Momente des gesamten Tages. Nicht wegen eines berühmten Aussichtspunktes oder einer bekannten Sehenswürdigkeit, sondern weil wir hier die Kraft der Natur auf eine ganz andere Weise erleben konnten.

Die Blue Lagoon selbst ist natürlich weiterhin ein beliebtes Reiseziel. Doch an diesem Tag bleiben uns vor allem die Lavafelder, die Schutzmaßnahmen und die Gedanken daran in Erinnerung, wie schnell sich diese Landschaft verändern kann.

                    

Fazit – Island bleibt unberechenbar

Dieser Reisetag hat uns einmal mehr gezeigt, wie vielseitig Island ist.

Am Morgen stehen wir an der gewaltigen Gullfoss und erleben die Kraft eines der bekanntesten Wasserfälle des Landes. Wenig später bewundern wir das intensiv blaue Wasser der Brúarfoss und spazieren am Rand eines jahrtausendealten Vulkankraters entlang.

Am Ende des Tages wird es dann deutlich nachdenklicher. Die Spuren der jüngsten Vulkanausbrüche rund um die Blue Lagoon zeigen eindrucksvoll, wie mächtig die Natur auf Island sein kann.

Genau diese Mischung macht für uns den Reiz der Insel aus. Man besucht nicht einfach Sehenswürdigkeiten, sondern erlebt eine Landschaft, die ständig in Bewegung ist und sich immer wieder verändert.

Island begeistert uns nicht nur mit seiner Schönheit, sondern auch mit seiner Wildheit und Unberechenbarkeit.

Und genau deshalb freuen wir uns schon auf die nächsten Etappen unseres großen Island-Abenteuers.


Wie geht es weiter?

Im nächsten Teil unserer Island-Serie geht es weiter auf die Halbinsel Snæfellsnes.

  • Wir fahren mit dem Wohnmobil hoch auf einen Vulkan.
  • Wir besuchen Ytri-Tunga Beach und schauen uns die Seehunde an.
  • Wir machen einen kurzen Stopp an der schwarzen Kirche von Búðakirkja.
  • Die Fahrt hoch zum Gletscher Snæfellsjökull müssen wir wegen des Wetters abbrechen.
  • Am Ende stellen wir uns auf einen Campingplatz in Arnarstapi.

Deine Meinung zählt

Welcher Ort auf dieser Etappe hat dich am meisten beeindruckt?

War es die gewaltige Gullfoss, die blaue Brúarfoss, der Kerið-Krater oder die Lava-Spuren bei der Blue Lagoon?

Schreib es uns gerne in die Kommentare.



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